Kunststoffe

Weitere Materialien: Holz, Leder, Textilien und Polstermaterial.

Kunststoffe gehören heute zu unserm täglichen Leben, doch ist der ganze Kunststoffsektor so vielfältig, dass er für den Laien praktisch nicht überschaubar ist.

Grundsätzlich sind die Kunststoffe in zwei Hauptgruppen gegliedert:

- Duroplaste

- Thermoplaste

Duroplaste härten bei der Formung in der Hitze oder mit Härterzusatz aus. Nach diesem Härteprozess verändern sie sich nicht mehr und bleiben auch bei erneuter Erwärmung hart. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Phenolharze, Melaminharze, Epoxidharze, Polyesterharze usw. Das bekannteste Beispiel aus der Gruppe Duroplaste ist die Kunstharzplatte.

Die wesentlichen Eigenschaften dieser Produkte sind: Feuchtigkeits-Beständigkeit, Resistenz gegen viele im Haushalt vorkommende Säuren, Lacke, Alkohol usw., Hitzebeständigkeit bis zum Bereich von 120° bis 150°, Pflegeleichtigkeit.

Negativ ist, dass Kratzer und andere Beschädigungen nicht ausgebessert werden können.

Thermoplaste werden je nach der Art des Produktes bei Temperaturen von 60° bis 180° zuerst weich und nachher flüssig. In diesem Zustand sind sie form- und giessbar. Nach dem Abkühlen bleiben sie in der gegebenen Form. Bei einer erneuten Erwärmung kann dieser Vorgang wiederholt werden. Diese Produkte sind folglich nicht hitzebeständig. Zu dieser Produktgruppe gehören unter anderem PVC, PVA. Die vielen Massenartikel wie Wegwerfartikel, Einwegflaschen, Tragtaschen gehören dieser Gruppe an.

Im Einrichtugsbereich finden wir die Thermoplaste als Möbelfolien, wie auch für eher unsichtbare Teile. Ein Teil der Möbelbeschläge, aber auch einige Polstermaterialien gehören dieser Gruppe an.

Die Möbelfolien aus Thermoplasten eignen sich primär für weniger beanspruchte Teile wie Frontpartien, Schrankinnenflächen usw. Hier wird vor allem die leichte Reinigung als Argument angeführt. Für stärker strapazierte Flächen wie zum Beispiel Ablege- und Arbeitsflächen sind die Möbelfolien zu wenig abriebfest.

Das Plexiglas gehört ebenfalls zur Gruppe der Thermoplaste. Es besteht aus Acrylharz, ist glasklar und im Verhältnis zum normalen Glas wesentlich bruchfester. Auf die entsprechende Temperatur erhitzt, ist es biegbar. Die Oberfläche ist jedoch kratzempfindlich.

Ein Grossteil der synthetischen Textilfasern gehört ebenfalls der Gruppe der Thermoplaste an. Diese werden unter dem Titel Textilien behandelt.

Kunststoffe sind an sich eigenständige Materialien mit eigenen materialspezifischen Vor- und Nachteilen. Leider werden sie dank der leichten Formbarkeit für die Herstellung vieler Imitationen missbraucht. Richtig eingesetzt sind es wertvolle Produkte, die das Leben durchaus erleichtern können, doch als Imitation stellten sie eine Vorspieglung falscher Tatsachen dar.


Stein / Marmor

Eine Materialgruppe zieht heute wieder vermehrt in die Wohnräume ein. Es sind die Steine. Der Stein war in der Wohnraumgestaltung lange Zeit verkannt, galt er doch als kaltes und unpersönliches Material. Die Vielfalt der Strukturen, Zeichnungen und Farben haben Wesentliches dazu beigetragen, dass die Steine wieder neu entdeckt wurden.

Rationellere Bearbeitungs-Methoden haben zudem mitgeholfen, dass auch schwierigere Steine kostengünstig verfügbar sind. Trotzdem bleibt ein Hauch von Luxus an ihnen haften. Der Stein darf in formaler Hinsicht ruhig mit dem Holz verglichen werden; kein Stück ist gleich wie das andere. Aber auch die Materialeigenschaften können sich von Gesteinsart zu Gesteinsart ganz wesentlich unterscheiden.

Großer Beliebtheit erfreuen sich die verschiedenen Granitarten. Der geschliffene Granit hat dank seinem Aufbau und seiner Struktur eine sehr geschlossene Oberfläche, die ihm auch den vornehmen Glanz verleiht. Bild und Farbe ist unglaublich vielfältig und je nach Herkunft des Gesteins auch sehr unterschiedlich. Da der Granit keinen Kalk aufweist, ist er auch gegenüber den im Haushalt vorkommenden Säuren weitgehend unempfindlich.

Kostengünstiger in der Bearbeitung sind die Kalksteine, denn sie sind weniger hart. Auch hier haben wir eine große Vielfalt. Wenn auch im allgemeinen Sprachgebrauch sehr viel dieser Kalksteine als Marmor bezeichnet werden, sind sie es nicht. Nur kristalline Kalksteine sind Marmore. Eines haben aber alle Kalksteine gemeinsam; sie sind säureempfindlich. Das bedeutet, dass zum Beispiel schon Zitronen- oder Orangensaft, der einige Zeit auf dem ungeschützten Stein liegen bleibt, die Oberfläche beschädigt. Tischplatten werden daher praktisch immer durch Versiegeln geschützt. Allerdings ist diese Versiegelung nicht bei allen Kalksteinarten gleichmäßig zuverlässig, denn bei stark porösen Arten kann trotzdem Flüssigkeit, die liegen bleibt, eindringen und unter Umständen Verfärbungen verursachen.

Beim Einsatz dieser Steine im Raum ist selbstverständlich auf die erwähnten Eigenschaften zu achten. Seit einiger Zeit sind Küchenabdeckungen in Granit sehr beliebt. Der Granit bewährt sich hier ausgezeichnet, vorausgesetzt, dass einige grundsätzliche Faktoren berücksichtigt werden. Scharfe Kanten sind unbedingt zu vermeiden. Bei der Härte des Materials und der Struktur des Steins stellen sie eine Verletzungsgefahr dar. Anderseits sind solche Kanten auch verletzlich. Schläge mit harten Gegenständen können unschöne Absplitterungen verursachen. Gerundete Kanten sind dem gegenüber unempfindlich, schön und auch für das Tastgefühl des Menschen viel sympathischer. werden für Küchenabdeckungen Marmore oder andere Gesteine auf der Kalkbasis eingesetzt, so ist deren Eignung sorgfältig zu prüfen. Auch der Versieglung ist dabei die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Auch für Tischplatten sind verschiedenste Steine heute sehr beliegt, wobei gegenwärtig die verschiedenen Granite im Vordergrund des Interesses stehen, ohne deswegen Marmore, Travertin Serpentin, Schiefer und all die andern Gesteinsarten zu verdrängen.


Glas

Glas – den alten Ägyptern war es kostbarer Schmuck, den Baumeistern der Gotik ermöglichte es, die Wände zu öffnen ist ein Material, das auch dem modernen Menschen immer wieder von neuem zu faszinieren vermag. Glas ist ein Gemisch aus Kieselsäure (Quarzsand) und Metalloxiden. Nach dem Schmelzen bei einer Temperatur bis 1500° C geht es ohne Kristallbildung in einen festen, klaren Zustand über. Es wird daher immer wieder gesagt, dass Glas nur eine erstarrte Flüssigkeit sei. Das Material hat die unterschiedlichsten Eigenschaften. Es hat eine klare Durchsichtigkeit und eine vollkommen geschlossene Oberfläche. Bei entsprechender Oberflächenqualität ist die Durchsicht vollkommen verzerrungsfrei. Die Lichtdurchlässigkeit liegt bei 85 bis 90%. Das Material ist alterungsbeständig, jedoch hart und spröde – und dadurch auch zerbrechlich. Infolge der Oberflächenhärte ist es zudem bis zu einem gewissen Grade auch kratzempfindlich. Dank der geschlossenen und harten Oberfläche ist es leicht zu reinigen.

Die Spannweite des enorm vielseitig einsetzbaren Materials reicht vom klar definierten Baumaterial bis zum frei gestalteten Kunstobjekt. Da das Glas beim Wiedererwärmen weich wird, kann es bei entsprechender Temperatur gebogen werden, so dass auf diese Weise Möbel, zum Beispiel Tische hergestellt werden können. Im Bereich der Wohnungseinrichtung wird es zur Hauptsache für Tischplatten, Vitrinen, Spiegel sowie für Beleuchtungen eingesetzt.


Metalle

Im Möbel- und Innenausbau werden Metalle in den unterschiedlichsten Arten eingesetzt. Die vielen, beinahe unsichtbaren Beschläge wie Scharniere, Schubladenführungen, Tablartäger, Schlösser usw. werden normalerweise kaum zur Kenntnis genommen, doch die dauerhafte Funktionstüchtigkeit hängt weitgehend von ihrer Qualität ab.

Metalle, vor allem in der Form von Rohren und Profilen, in Stahl wie auch in Aluminium,.sind bedeutende Konstruktionsmaterialien für Möbel, insbesondere im Tisch- und Sitzmöbelbau. Daneben kommen auch Gussformen zum Einsatz. Für flächige Elemente werden auch Bleche verwendet.

Dank den statischen Eigenschaften des Metalls und den vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten lassen sich sehr feingliedrige und elegante Möbelkonstruktionen realisieren.

Stahlrohre werden mehrheitlich verchromt und poliert eingesetzt. Auch andere metallische Oberflächenveredlungen mit Messing, Gold oder Nickel kommen in Frage. In dieser Ausführungsart sind sie widerstandsfähig gegen mechanische Belastung wie auch gegen Korrosion. Demgegenüber sind farbige Einbrennlackierungen von Rohren und Profilen wesentlich weniger widerstandsfähig; vor allem ist die Lackierung nur beschränkt schlagfest.

Bedingt durch die eher kalte Oberfläche des Materials ist darauf zu achten, dass Möbelteile mit Körperkontakt (z.B. Armlehnen) durch wärmere Materialien abgedeckt werden.

Metallmöbel werden im Wohnbereich vorwiegend bei Tisch und Stuhl eingesetzt.


© wohninformation.de ImpressumZum Seitenanfang
Hersteller
Möbelkunde
Wohnbereich
Raumnutzung
Möbeltrends
Möbelpflege
Presse
Messen
Qualität
Kontakt
Impressum