Eine Hauptsünde unserer Zeit ist das Repräsentationsbedürfnis. Will man repräsentieren, so zwängt man sich mehr oder weniger freiwillig in eine bestimmte Rolle. Das hat zur Folge, dass man sich – um nicht aus dieser Rolle zu fallen – nicht mehr frei geben und bewegen kann. Auf die Einrichtung bezogen bedeutet das, dass die Wohnungseinrichtung nicht auf das eigene Leben, sondern auf die Rolle ausgerichtet ist.
In dieser Haltung liegt aber auch schon die Gefahr, dass Möbel angeschafft werden, die kaum einen persönlichen Lebensrahmen ergeben, sondern etwas vorstellen. Im Extremfall wird die Möblierung zur Theaterkulisse! Das ist kaum mehr persönliches Einrichten, das ist bluffen.
In einem solchen Raum ist kein entspannendes Wohnen denkbar, denn der Bewohner kann darin ja nie wirklich er selbst sein. Es wäre jedoch äußerst aufschlussreich, wenn man einmal feststellen könnte, welchen Einfluss eine falsche Wohnungseinrichtung auf den Gemüts- und Gesundheitszustand der Bewohner hat.