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Vor jeder Einrichtungsplanung, unabhängig davon, ob man sich die erste Wohnung einrichtet, ob man eine neue oder größere Wohnung bezieht oder ob man sich in den gleichen Wohnräumen teilweise neu einrichten will, steht die Bedarfsermittlung. Diese ist jedoch nicht immer einfach. Was entscheidend ist und immer wieder vergessen wird, ist die Tatsache, dass diese Ermittlung eine Momentaufnahme darstellt. Die Bedürfnisse verändern sich dauernd; sie sind wahrscheinlich im nächsten Jahr schon etwas anders gelagert als heute.
Es wäre zudem falsch, wenn man unter einer Bedarfsermittlung nur die Ansprüche an das Mobiliar – an den Stauraum – verstehen würde. Bevor man von Möbeln sprechen kann, muss man sich Klarheit darüber verschafften, wie man wohnen möchte. Will man zum Beispiel viel Besuch empfangen, so sieht eine Möblierung sicher anders aus, als wenn man ein sehr zurückgezogenes Leben führt. Der angestrebte Lebensrhythmus steht folglich im Vordergrund. Erst aus diesem heraus kann der Bedarf an Möbeln abgeleitet werden, denn Möbel sind nie Selbstzweck.
Nun muss man sich sehr detailliert die Frage stellen: Was wird benötigt? Es muss klar aufgelistet werden, was zu versorgen ist, aber auch, wie all die Dinge untergebracht werden sollen. Dazu sind auch die Maßverhältnisse zu beachten. Selbstverständlich muss berücksichtigt werden, dass in Zukunft noch manches dazukommt. Es ist zu überlegen, was in Schränken verschwinden und was auf offenen Tablaren einen Platz finden soll. Gibt es Lieblingsgegenstände, die man in einer Vitrine sichtbar um sich haben möchte? Ist auch ein Erbstück vorhanden, dem sich die Einrichtung eines Raumes unterordnen soll?
Bei einer ersten Auflistung wird man feststellen, dass sich diverse Wünsche gegenseitig ausschließen. Nun heißt es Prioritäten setzten, wobei selbstverständlich auch diverse Punkte offen bleiben können, denn je nach der Lösung, die später gefunden wird, können sich die Prioritäten wieder verschieben.
Da die Bedarfsermittlung, wie schon erwähnt, eine Momentaufnahme ist, darf die ganze Einrichtungsplanung nie starr und definitiv sein. Sie muss somit offen bleiben und relativ viel Spielraum frei lassen.