Innerhalb einer normalen Wohnungsgliederung werden die Räume recht unterschiedlich genutzt. Die Anforderungen an die entsprechenden Einrichtungen sind folglich sehr differenziert. Selbst wenn einzelne Räume auf eine zusätzliche Nutzung hin eingerichtet werden, wird die Hauptnutzung im Vordergrund stehen und bei der Möbelwahl bestimmend sein.
Sie klassische Raumeinteilung in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer finden wir üblicherweise in allen Plänen eingetragen, sei es für eine Mietwohnung wie auch für ein Einfamilienhaus. Niemand ist jedoch verpflichtet, sich an solche Strukturen zu halten. Viel wichtiger ist es, eine Wohnungsgliederung zu schaffen, in der sich jeder Bewohner, ob Erwachsener oder Kind, seine spezifisch persönliche Sphäre schaffen kann. Die Raumgliederung soll auf Lebensrhythmus und Wohngewohnheiten der Bewohner ausgerichtet werden – nicht umgekehrt.
Beim Nachdenken über eine optimale Nutzung der Räume der Wohnung sind Wohnverhalten sowie die möglichen Konfliktpunkte kritisch zu untersuchen. Dabei fällt die zunehmende Individualisierung innerhalb der Familie ins Gewicht. Häufig geht jedes Familienmitglied in der Freizeit einer andern Tätigkeit nach. Diese ist häufig nicht ohne gegenseitige Störung im gleichen Raum möglich. Auch die dominierende Rolle des Fernsehens ist dabei von Bedeutung.
Heute steht die Mehrzahl der Fernsehgeräte im Wohnzimmer, denn für ein spezielles Fernsehzimmer fehlt ja der Raum. Beim Fernsehen ist eine mehr oder weniger starke Abdunklung erforderlich. Zusammen mit der Geräuschkulisse ist die Störung so ausgeprägt, dass eine gleichen Raum kaum mehr denkbar ist. Das Fernsehen kann somit zum Familientyrannen werden! Besteht keine Ausweichmöglichkeit, sind Konflikte unausweichlich. Es wäre daher gut, eine Ausweichmöglichkeit für individuelles Tun zu schaffen, bevor die Konflikte angewachsen sind. Das Schlafzimmer könnte beispielsweise dazu dienen.